Nomna

Bits über Vornamen

Vorsicht mit den „Baby Names“

Sieht man sich die Websites aus den USA zum Thema Vornamen an, fällt auf, dass weitaus die meisten nicht mit dem Thema Given Names oder First Names auftreten, sondern mit Baby Names. Es geht also um das Interesse werdender Eltern an einem guten Vornamen für das werdende Kind, das natürlich auch im deutschsprachigen Raum da ist, aber offenbar in den USA noch ausgeprägter.

Sieht man sich die Informationen genauer an, welche diese Websites über Baby Names anbieten, stellt man fest, dass deren Qualität von Website zu Website stark schwankt. Es ist leider so, dass vielerorts unvollständige, missverständliche oder sogar etymologisch gesehen klar unzutreffende Informationen zu finden sind. Das hat meiner Meinung nach verschiedene Gründe:

Vornamen sind ein Riesen-Thema, und eine gut besuchte Website zu diesem Thema macht wohl gutes Geld durch Werbung. Das animiert entsprechend viele Leute, Vornamen-Websites zu bauen, leider offenbar auch Leute, die wenig von der Sache verstehen. Das merkt man unter anderem an vielen kleinen Details wie der Angabe Indian („Indianisch“) als Sprache eines Vornamens. „Indianisch“ gibt es nicht; die Indianer Nordamerikas sprechen viele ganz unterschiedliche, untereinander nicht verständliche Sprachen.

Ein zweiter Grund: Eine Vornamen-Datenbank von 0 her aufzubauen, ist eine Riesenarbeit. Viele schenken sich die Mühe, kopieren, was das Zeug hält, und sind offenbar oft nicht besonders bemüht, nur zuverlässige Informationen zu kopieren. Ich habe das für mich einmal das Robert-Phänomen genannt, weil ich auf x Websites immer wieder auf den folgenden identischen Spruch zum Namen Robert gestossen bin:

Famed, bright; shining. An all-time favorite boys‘ name since the Middle Ages.

Man findet diese Informationen identisch z.B. hier, hier, hier, hier und hier.

Und einen möglichen dritten Grund sehe ich in den Anforderungen der Besucher der Websites: Ein Name ohne Angabe einer Bedeutung (einfach weil schlicht nichts bekannt ist, was gar nicht so selten ist) geht nicht, es muss etwas her. Und wo ein Bedarf ist, finden sich auch Leute, die ihn befriedigen, auch wenn das der Qualität der Informationen nicht gut bekommt.

Eine gesunde Vorsicht beim Konsultieren von englischsprachigen Websites unter dem Stichwort Baby Names kann also nicht schaden!

www.BabyNames.com, die Website mit dem bestmöglichen Domain-Namen zum Thema, um den sie wohl eine Menge Leute beneiden, und die Website auf Platz Nr. 1 bei einer Google-Suche nach Baby Names, ist übrigens meiner Meinung nach eine ganz passable Website, mit brauchbaren Infos und vielen Namen.

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April 13, 2010 Posted by | Uncategorized | , | Hinterlasse einen Kommentar

Der Facebook-Test

Beim Aufbau meiner Vornamen-Datenbank stehe ich überraschend oft vor dem Problem abzuklären, ob etwas wirklich ein Name ist, und wenn ja, ob es ein Name ist, der heute tatsächlich in Gebrauch ist und nicht einer, der komplett aus der Mode ist und darum hoffnungslos altmodisch klingt.

Lange Zeit habe ich solche Abklärungen mit Hilfe von Google gemacht: Wenn es gelingt, Seiten zu finden, bei denen vom Zusammenhang her klar ist, dass von real existierenden Personen die Rede ist, und das fragliche Wort dort in der Rolle eines Vornamens vorkommt, ist es auch einer. Gelingt das nicht, ist das natürlich kein Beweis, aber etwas, was auf Milliarden von Seiten im Web nicht als Vorname zu finden ist, scheint mir im Allgemeinen schlechte Karten zu haben.

Neuerdings verwende ich allerdings zusätzlich noch etwas, was ich für mich als Facebook-Test bezeichne: die Funktion Nach Personen suchen auf der Facebook-Website, die man hier findet. Bei Facebook sind mittlerweile um die 350 Millionen Leute aus fast der ganzen Welt registriert, so dass hier ein riesiger Schatz echter Vornamen vorliegt.

Natürlich muss man aufpassen, dass man nicht Vornamen und Familiennamen durcheinanderbringt, und einige Leute registrieren sich unter Pseudonymen. Und natürlich ist es kein Beweis, dass es einen Namen nicht gibt, wenn man ihn bei Facebook nicht findet, aber der Test ist trotzdem nützlich.

Wenn es um Namen konkret in den USA geht, gibt es eine weitere interessante Möglichkeit: eine Suche im US-Telefonbuch, den sogenannten White Pages. Auf der entsprechenden „offiziellen“ Website kann man hier abfragen, wie oft ein bestimmter Name im Telefonbuch eingetragen ist.

Ich habe keine eigentliche Such-Box gefunden auf jener Seite, aber man braucht lediglich den interessierenden Namen an http://names.whitepages.com/first/ anzuhängen, um gezielt zu suchen. So findet man z.B. per http://names.whitepages.com/first/Rene heraus, dass es über 70’000 Leute dieses Namens in den USA gibt.

April 3, 2010 Posted by | Uncategorized | , | Hinterlasse einen Kommentar