Nomna

Bits über Vornamen

Die Sonne Malaysias

Seit einiger Zeit bin ich daran, eine Sammlung malaiischer Vornamen aufzubauen; den momentanen Stand kann man sich hier anschauen. Dabei habe ich festgestellt, dass es zwischen Malaysisch bzw. Indonesisch und Deutsch bei einzelnen Wörter überraschende Zusammenhänge gibt.

Bei den Namen, die ursprünglich aus Malaysia bzw. Indonesien selbst stammen, fällt auf, dass häufig ganz normale Alltagswörter auch als Vornamen verwendet werden. (Für jemanden, der Deutsch spricht, mag das vielleicht etwas befremdlich wirken, aber in einigen anderen Sprachen kommt das durchaus vor, so z.B. auch im Englischen, mit Vornamen wie Heaven, Hope oder Harmony.) Einer dieser Alltagswörter-Namen ist der weibliche Name Suria, zugleich das malaiische Wort für Sonne.

Weil es sonst zu solchen Namen nicht allzuviel zu sagen gibt, habe ich begonnen, der Herkunft der Wörter selbst nachzugehen. Tut man das für suria, landet man beim Wort surya aus dem Sanskrit, einer alten Sprache Indiens. Ganz allgemein kommen in der malaiischen Sprache viele Lehnwörter aus dem Sanskrit vor, weil früher vor allem in religiösen Dingen ein reger Kontakt mit Indien bestand. Surya ist denn auch im Hinduismus der Gott der Sonne, wie man z.B. hier in Wikipedia nachlesen kann.

Und hier wird es interessant: Sanskrit und Deutsch sind als Sprachen über ein paar Ecken verwandt, denn beide gehen schlussendlich auf eine gemeinsame Ursprache Indoeuropäisch zurück. (Mehr hierzu z.B. hier.) Das deutsche Wort Sonne und Sanskrit surya haben deshalb einen gemeinsamen Ursprung in einem indoeuropäischen Wort suwen. (Diese Information findet man in einem etymologischen Wörterbuch wie etwa diesem hier, auf Englisch, was aber in unsererm Fall keine Rolle spielt, weil natürlich auch das englische Wort sun denselben Ursprung hat.)

Hier ist also der erwähnte Zusammenhang zwischen Malaiisch und Deutsch, mit Indien, Sanskrit und Indoeuropäisch als Zwischenstationen!

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August 22, 2010 Posted by | Uncategorized | , | Hinterlasse einen Kommentar

Kimberley

Ich habe vor, hier in lockerer Folge über Namen zu berichten, die eine besonders interessante Herkunftsgeschichte haben, und beginne mit Kimberley.

Kimberley war vor einiger Zeit ein ziemlich beliebter Vorname für weibliche Neugeborene in den USA; die Variante Kimberly steht z.B. in der US-Gesamt-Hitparade der Jahre 1980 bis 1989 auf Platz 18.

Der Vorname geht zurück auf die gleichnamige Stadt in Südafrika, über welche man z.B. hier Informationen findet. Kimberley ist in dieser Hinsicht kein Spezialfall, denn es kommt recht oft vor im Englischen, dass man irgendeinmal damit beginnt, den Namen eines Ortes als Vorname zu verwenden; ich habe fast 200 solche Namen in meiner Datenbank.

Nun kann man natürlich weitergehen und sich fragen, woher denn die Stadt ihren Namen hat. Das ist bekannt: Sie wurde 1870 nach einem gewissen John Wodehouse benannt, dem 1. Earl of Kimberley (1826-1902). Man findet Informationen über das britische Adelsgeschlecht der Kimberleys z.B. hier.

Die nächste Frage dürfte klar sein: Woher haben diese Adligen ihren Namen? Von einer Stadt in Norfolk, England, über die es diesen kurzen englischen Wikipedia-Eintrag gibt.

Und ja, die Herkunft des Namens der Stadt ist ebenfalls bekannt: Er setzt sich zusammen aus dem Vornamen Cyneburga und dem altenglischen Wort leah, das man wahlweise als Wald, Wiese oder Lichtung übersetzen kann. Man kommt so schliesslich zu einer möglichen Bedeutung von Cyneburgas Wiese für Kimberley.

Und Cyneburga oder auch Cyneburg? Das ist ein zweigliedriger angelsächsischer Name, der sich aus den altenglischen Wörtern cyne und burga zusammensetzt, beides Wörter, die indoeuropäische Wurzeln haben und darum mit den deutschen Wörtern königlich und Burg etymologisch verwandt sind.

Juni 4, 2010 Posted by | Uncategorized | | Hinterlasse einen Kommentar