Nomna

Bits über Vornamen

Unisex

Als ich begann, meine Vornamen-Datenbank aufzubauen, sah ich ohne gross zu überlegen eine strikte Gruppierung der Namen in männlich und weiblich vor: Jeder Name bekommt genau ein Geschlecht, eben männlich oder weiblich. In allen deutschsprachigen Ländern gibt es schliesslich eine lange und stark verwurzelte Tradition, für Männer nur „männliche“ und für Frauen nur „weibliche“ Vornamen zu verwenden. Zum Teil gibt es sogar Vorschriften für Standesämter, die verlangen, dass das Geschlecht aus dem Namen eines Kindes erkennbar sein muss, um eintragbar zu sein, bzw. dass ein nicht-eindeutiger Name nur zusammen mit einem zweiten eindeutigen zulässig ist.

Umso überraschter war ich deshalb, als ich mich mit Vornamen in den USA zu beschäftigen begann, denn dabei traf ich schnell einmal auf den Begriff unisex. Damit sind Namen gemeint, die sowohl für Männer wie auch für Frauen üblich sind. Man sehe sich z.B. die Vornamen-Suchfunktion dieser US-Website an: Neben male und female ist eben auch unisex quasi als drittes Geschlecht im Angebot (und ergibt zurzeit 119 Namen).

Ein beliebter Unisex-Name ist z.B. Angel: Weiblich findet man ihn in den US-Hitparaden der Namen Neugeborener der letzten Jahre so um Rang 150 herum, männlich um 40 herum. Weitere Namen, die in den Hitparaden der letzten 10 Jahre männlich und weiblich zugleich relativ weit nach vorne kamen, sind Casey, Dakota, Jamie, Jordan und Taylor. Hier hat jemand eine Liste der Top-Unisex-Namen der USA für 2005 erstellt.

Die hier erwähnten Unisex-Namen sind übrigens nicht zu verwechseln mit Fällen, wo es in zwei Sprachen oder Kulturkreisen gleich geschriebene Namen gibt, die nicht demselben Geschlecht zugeordnet sind. Die deutsche Andrea ist ein bekannter solcher Fall, denn im Italienischen gibt es den männlichen Andrea als Namensform von Andreas.

Mai 2, 2010 Posted by | Uncategorized | | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Staat mit 18 Vornamen

Die Römer benutzten in klassischer Zeit ein tria nomina genanntes System, in dem jemand 3 Namen hatte: einen praenomen, einen nomen und einen cognomen.

Etwas vereinfachend dargestellt war das System der Endpunkt einer Entwicklung, die in der Frühzeit der Römer mit ganz normalen Vornamen begann, wie wir sie heute auch kennen, d.h. Namen, welche die Eltern ihren Kindern gaben und welche verwendet wurden, um Leute anzusprechen. Später kamen Familiennamen hinzu, und schliesslich noch Beinamen.

Sehr gross war die Zahl der gebräuchlichen praenomina, die wir als „Vornamen“ bezeichnen würden, offenbar nie; schon sehr früh beschränkte man sich auf einige Dutzend, in einem starken Gegensatz zu der Vielfalt an Namen, die wir heute zur Auswahl haben. Und als im Laufe der Zeit Gebrauch und Wichtigkeit der praenomina stetig abnahm, schrumpfte deren Anzahl parallel dazu sogar noch, bis im 1. Jahrhundert vor Christus nur noch gerade 18 in Gebrauch waren!

Praktisch alle männlichen römischen Bürger der damaligen Zeit hatten einen der folgenden Vornamen:

Appius Aulus Decimus Gaius Gnaeus Kaeso Lucius Mamercus Manius Marcus Numerius Publius Quintus Servius Sextus Spurius Tiberius Titus

Wie man dem Wikipedia-Artikel entnehmen kann, aus dem diese Liste stammt, gab es zu allem Übel noch grosse Häufigkeitsunterschiede bei diesen Namen: Über die Hälfte aller Männer hiessen Marcus, Lucius oder Gaius!

Der Artikel zu römischen Vornamen in der englischsprachigen Wikipedia ist einiges umfangreicher als der oben angegebene deutsche Artikel. Wer es noch ausführlicher mag, kann sich diesen Artikel auf beliebte-vornamen.de zu Gemüte führen.

Interessant ist, dass von diesen Namen, die zum Teil 2500 Jahre alt sein dürften, heute noch eine ganze Reihe in Gebrauch sind. Hierzulande ist das wohl nur Markus zusammen mit einigen Abwandlungen wie z.B. Marco oder Marc. Im Italienischen gibt es aber noch mehr davon, z.B. Aulo, Caio, Ottavio oder Publio. Auch im Spanischen sind einige davon immer noch in Gebrauch, etwa Tito.

April 24, 2010 Posted by | Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Kre8ive Spelling

Man mag es vielleicht kaum glauben, wenn man es zum ersten Mal hört, aber Eltern in den USA geniessen praktisch völlige Freiheit bei der Vergabe von Vornamen: Sie können ihr Kind praktisch nennen, wie sie wollen.

Findige Eltern wählen dabei öfters einen Mittelweg zwischen ganz „normalen“, etablierten Namen, wie man sie bei uns praktisch ausschliesslich vergibt, und neuen, völlig frei erfundenen Namen: Sie nehmen einen Namen und wandeln die Schreibweise leicht ab, meist so, dass die Aussprache in etwa gleich bleibt, aber der Name durch die Änderung trotzdem einen besonderen „Touch“ bekommt. Dieses Vorgehen wird manchmal etwas abschätzig Kre8ive Spelling genannt.

Sehr beliebt ist das Ersetzen eines konventionellen und dadurch langweiligen Buchstabens I durch den viel interessanteren und trendigeren Buchstaben Y. Man kommt so z.B. von Monica zu Monyca. Eine Google-Suche gezielt nach dieser Abwandlung bringt es auf Zehntausende von Treffern. Oder man macht aus Michael den neuen Namen Mychael. Die entsprechende Google-Suche bringt es sogar auf einige Hunderttausend Treffer.

Ich selbst stiess zum ersten Mal auf das Phänomen, als beim Erfassen der Namen von US-Hitparaden für meine Datenbank die Varianten des Namens Caitlin einfach nicht aufhören wollten. (Wie hier erklärt, handelt es sich dabei um eine Variante von Katharina.) Und in der folgenden Liste, die schliesslich zusammenkam, sieht man sehr gut, wie die Leute beim Abwandeln vorgegangen sind:

Caitlin Caitlyn Catalina Cathleen Kaitlin Kaitlyn Kaitlynn Katalin Katelin Katelyn Katelynn Kathleen Katlin Katlyn Katlynn

Für jemanden, der an der Bedeutung und der Herkunft von Vornamen interessiert ist, bringt das nicht allzu viel, denn es ist ja im Prinzip immer derselbe Name. Wirklich fertig wird man beim Aufbau einer Datenbank auch nicht: Es gäbe noch viel mehr Varianten von Caitlin, die man aufnehmen könnte. Und ob all die Monycas und Mychaels über ihre Namen später im Leben wirklich glücklich sind, weiss ich auch nicht.

Aber das Phänomen an sich finde ich ziemlich interessant.

April 16, 2010 Posted by | Uncategorized | , | Hinterlasse einen Kommentar

Vorsicht mit den „Baby Names“

Sieht man sich die Websites aus den USA zum Thema Vornamen an, fällt auf, dass weitaus die meisten nicht mit dem Thema Given Names oder First Names auftreten, sondern mit Baby Names. Es geht also um das Interesse werdender Eltern an einem guten Vornamen für das werdende Kind, das natürlich auch im deutschsprachigen Raum da ist, aber offenbar in den USA noch ausgeprägter.

Sieht man sich die Informationen genauer an, welche diese Websites über Baby Names anbieten, stellt man fest, dass deren Qualität von Website zu Website stark schwankt. Es ist leider so, dass vielerorts unvollständige, missverständliche oder sogar etymologisch gesehen klar unzutreffende Informationen zu finden sind. Das hat meiner Meinung nach verschiedene Gründe:

Vornamen sind ein Riesen-Thema, und eine gut besuchte Website zu diesem Thema macht wohl gutes Geld durch Werbung. Das animiert entsprechend viele Leute, Vornamen-Websites zu bauen, leider offenbar auch Leute, die wenig von der Sache verstehen. Das merkt man unter anderem an vielen kleinen Details wie der Angabe Indian („Indianisch“) als Sprache eines Vornamens. „Indianisch“ gibt es nicht; die Indianer Nordamerikas sprechen viele ganz unterschiedliche, untereinander nicht verständliche Sprachen.

Ein zweiter Grund: Eine Vornamen-Datenbank von 0 her aufzubauen, ist eine Riesenarbeit. Viele schenken sich die Mühe, kopieren, was das Zeug hält, und sind offenbar oft nicht besonders bemüht, nur zuverlässige Informationen zu kopieren. Ich habe das für mich einmal das Robert-Phänomen genannt, weil ich auf x Websites immer wieder auf den folgenden identischen Spruch zum Namen Robert gestossen bin:

Famed, bright; shining. An all-time favorite boys‘ name since the Middle Ages.

Man findet diese Informationen identisch z.B. hier, hier, hier, hier und hier.

Und einen möglichen dritten Grund sehe ich in den Anforderungen der Besucher der Websites: Ein Name ohne Angabe einer Bedeutung (einfach weil schlicht nichts bekannt ist, was gar nicht so selten ist) geht nicht, es muss etwas her. Und wo ein Bedarf ist, finden sich auch Leute, die ihn befriedigen, auch wenn das der Qualität der Informationen nicht gut bekommt.

Eine gesunde Vorsicht beim Konsultieren von englischsprachigen Websites unter dem Stichwort Baby Names kann also nicht schaden!

www.BabyNames.com, die Website mit dem bestmöglichen Domain-Namen zum Thema, um den sie wohl eine Menge Leute beneiden, und die Website auf Platz Nr. 1 bei einer Google-Suche nach Baby Names, ist übrigens meiner Meinung nach eine ganz passable Website, mit brauchbaren Infos und vielen Namen.

April 13, 2010 Posted by | Uncategorized | , | Hinterlasse einen Kommentar

Unlesbare japanische Namen

Als ich mich mit japanischen Vornamen zu beschäftigen begann, stolperte ich schnell einmal über eine für mich fast unglaubliche Tatsache, die ich hier näher erläutern möchte.

Ich muss dazu etwas ausholen und mit der japanischen Schrift beginnen, oder wie man es nimmt mit einer der 3 japanischen Schriften, mit den sogenannten Kanji. Damit bezeichnet man die ursprünglich aus China importierten Schriftzeichen, von denen es viele Hundert gibt. Details hierzu findet man z.B. in der Wikipedia hier.

Japanische Namen, sowohl Vornamen wie Familiennamen, werden mit wenigen Ausnahmen mit Hilfe von Kanji geschrieben. Ein typischer kompletter japanischer Name besteht aus 4 solcher Zeichen.

Hier beginnt es nun langsam, interessant zu werden. Ein Kanji hat typischerweise mehrere sogenannte Lesungen: Wenn man ein Zeichen geschrieben sieht, kann man es auf verschiedene Arten „lesen“.

Ich versuche das an folgendem Beispiel zu zeigen, das nicht genau mit dem übereinstimmt, was bei den Kanji der Fall ist (Details hierzu siehe z.B. hier), aber es soll zur Illustration genügen. Kanji sind so etwas wie Symbole, und deshalb besteht mein Beispiel aus folgenden zwei Symbolen, die Ihnen bekannt sein dürften:
Symbole

Die Symbole haben keine eindeutige „Lesung“. Man kann das erste Symbol sowohl als Achtung wie auch als Vorsicht lesen; beides geht, beides macht Sinn, das Symbol selbst gibt keiner dieser beiden Lesungen eindeutig den Vorzug. Das zweite Symbol kann man als Hospital, als Spital (sozusagen in „Fremdwort-Lesung“) oder auch als Krankenhaus (in „Deutsch-Lesung“) lesen.

Man kommt so in Kombination auf insgesamt 6 mögliche Lesungen.

Ganz ähnlich ist es nun mit japanischen Vornamen. Ein Beispiel: Die zwei Kanji 美羽 führe ich auf meiner Seite mit japanischen Vornamen als Vorname Miu. Hier die Kanji als Bild, falls Sie keine japanische Schrift installiert haben:
Miu

Ein gutes japanisches Wörterbuch, das man hier findet, gibt zu 美羽 nicht nur den einen Vornamen Miu aus, sondern zudem noch Miwa, Uruha, Miha, Mihane, Myuu, Mireha und Yoshiha.

Wenn Ihnen also eine Japanerin ihre Visitenkarte in die Hand drückt, und dort 美羽 als Vorname steht, wissen Sie immer noch nicht, wie die gute Frau heisst, selbst wenn Sie perfekt Kanji lesen können. Sie können Vermutungen anstellen, weil nicht alle Lesungen gleich häufig sind, aber Sie können sich nicht sicher sein. Solange Ihnen die Frau ihren Vornamen nicht auch mündlich mitteilt, wissen Sie nicht, wie sie heisst!

In gewisser Weise sind japanische Namen also unlesbar. Erstaunlich, nicht wahr?

April 9, 2010 Posted by | Uncategorized | | Hinterlasse einen Kommentar

Asteroiden und Vornamen

Asteroiden, auch Kleinplaneten oder Planetoiden genannt, sind Objekte unterschiedlichster Grösse, die sich in einer Umlaufbahn um die Sonne befinden. Gemäss Wikipedia sind einige Hunderttausend davon bekannt. Lange nicht alle, aber trotzdem eine ganze Menge, haben Namen, die man z.B. in dieser Liste findet. Asteroiden bekommen ihre Namen von ihren Entdeckern: Wer einen neuen findet, darf einen Namen vorschlagen.

Viele Asteroiden tragen einen Namen, der auch „hier auf der Erde“ als Vorname in Gebrauch ist. Bei einem kürzlichen Abgleich obiger Liste mit meiner Vornamen-Datenbank bin ich auf eine Liste von fast 900 Vornamen-Asteroiden gekommen. (Die letzte veröffentlichte Datenbank, als Teil meiner Shareware Kunigunde, enthält etwas mehr als 200 solche Namen.)

Warum sich also nicht bei der Namensvergabe inspirieren lassen und seinem Kind einen Namen geben, bei dem es zugleich einen Körper gibt, der am Himmel seine Kreise zieht?

Längst nicht für alle Asteroiden sind irgendwelche interessante Details wie z.B. Grösse oder Umlaufbahn bekannt, die einen bei der Namenwahl führen könnten, denn dafür sind viele Asteroiden schlicht zu klein und auch zu unwichtig. Diese Listen hier nennen immerhin den Zeitpunkt der Entdeckung und den Namen des Entdeckers.

Hier, als Appetithappen sozusagen, die fast 100 Asteroiden mit einem Vornamen, der mit A beginnt, die ich gefunden habe: Achilles Ada Adalberta Adelaide Adèle Adelgunde Adelheid Adelinda Adolfine Adonis Adria Adriana Afra África Agata Agathe Agenor Aglaja Agnes Aida Aisha Akim Alain Albert Albertine Albina Alden Aletta Alex Alexandra Alfreda Alice Alinda Aline Alma Alois Alva Alwine Amalia Amalthea Amanda Amaryllis Amata Amber Ambrosia Amelia America Amor Amos Amy Anahita Anastasia Anders Andrée Andriana Angelica Angelina Anna Anneliese Annemarie Annette Annika Antal Antigone Antonella Antonia Aphrodite Apollo Apollonia Arabella Ariadne Ariane Arina Arne Arnolda Artemis Arthur Aruna Asher Ashley Asia Ask Aspasia Asta Astrid Athalia Athanasia Athene Attila Aude Audrey Augusta Aura Aurelia Aurora Ausonia Avery Awa Azalea

April 5, 2010 Posted by | Uncategorized | | Hinterlasse einen Kommentar

Wo sind all die Marias?

Sieht man sich die offiziellen Vornamen-Hitparaden Neugeborener in Deutschland an, welche die Gesellschaft für deutsche Sprache jährlich veröffentlicht (jeweils hier zu finden), findet man die Namen Maria und Marie seit vielen Jahren auf Spitzenplätzen. In den letzten 10 Jahren schaffte es Marie 9 mal auf Platz 1, und Maria ebenfalls 9 mal auf Platz 3.

Gemäss dieser Hitparaden würde man nun erwarten, dass es in den Kindergärten und Unterstufenschulen in Deutschland von Maries und Marias nur so wimmelt. Tut es nicht, und das ist der Grund für diesen Blog-Eintrag.

Die oben angegebene Hitparaden-Seite der GfdS lässt ein wichtiges Detail unerwähnt: Viele Kinder in Deutschland haben mehrere Namen, von denen alle gleichberechtigt in diese Hitparaden eingehen. Im täglichen Gebrauch spielt dann aber ein etwaiger Zweitnahme kaum eine Rolle. Und gerade Marie und Maria werden besonders häufig als Zweitnamen vergeben. Voilà – das Rätsel ist gelöst.

Jemand, der nicht müde wird, auf diesen Umstand hinzuweisen, ist der sehr umtriebige Hobby-Namenforscher Knud Bielefeld. Z.B. findet man auf seinem Blog in Eintrag Warum die Vornamenstatistiken der Standesämter nicht aussagekräftig sind mehr zu dieser Sache.

Seine eigene Vornamen-Statistik, als Alternative zur „offiziellen“, zählt nur Erstnamen, was meiner Meinung nach viel näher an dem liegt, was Leute auf der Suche nach Informationen über die momentane Beliebtheit von Vornamen erwarten, und was auch wesentlich nützlicher ist. Und anhand seiner Statistik 2008 kann man sehen, dass die Art der Zählung eine wirklich grosse Rolle spielt: Marie schafft es da gerade mal auf Platz 13, und Maria – halten Sie sich fest! – auf Platz 58.

April 4, 2010 Posted by | Uncategorized | | 1 Kommentar

Der Facebook-Test

Beim Aufbau meiner Vornamen-Datenbank stehe ich überraschend oft vor dem Problem abzuklären, ob etwas wirklich ein Name ist, und wenn ja, ob es ein Name ist, der heute tatsächlich in Gebrauch ist und nicht einer, der komplett aus der Mode ist und darum hoffnungslos altmodisch klingt.

Lange Zeit habe ich solche Abklärungen mit Hilfe von Google gemacht: Wenn es gelingt, Seiten zu finden, bei denen vom Zusammenhang her klar ist, dass von real existierenden Personen die Rede ist, und das fragliche Wort dort in der Rolle eines Vornamens vorkommt, ist es auch einer. Gelingt das nicht, ist das natürlich kein Beweis, aber etwas, was auf Milliarden von Seiten im Web nicht als Vorname zu finden ist, scheint mir im Allgemeinen schlechte Karten zu haben.

Neuerdings verwende ich allerdings zusätzlich noch etwas, was ich für mich als Facebook-Test bezeichne: die Funktion Nach Personen suchen auf der Facebook-Website, die man hier findet. Bei Facebook sind mittlerweile um die 350 Millionen Leute aus fast der ganzen Welt registriert, so dass hier ein riesiger Schatz echter Vornamen vorliegt.

Natürlich muss man aufpassen, dass man nicht Vornamen und Familiennamen durcheinanderbringt, und einige Leute registrieren sich unter Pseudonymen. Und natürlich ist es kein Beweis, dass es einen Namen nicht gibt, wenn man ihn bei Facebook nicht findet, aber der Test ist trotzdem nützlich.

Wenn es um Namen konkret in den USA geht, gibt es eine weitere interessante Möglichkeit: eine Suche im US-Telefonbuch, den sogenannten White Pages. Auf der entsprechenden „offiziellen“ Website kann man hier abfragen, wie oft ein bestimmter Name im Telefonbuch eingetragen ist.

Ich habe keine eigentliche Such-Box gefunden auf jener Seite, aber man braucht lediglich den interessierenden Namen an http://names.whitepages.com/first/ anzuhängen, um gezielt zu suchen. So findet man z.B. per http://names.whitepages.com/first/Rene heraus, dass es über 70’000 Leute dieses Namens in den USA gibt.

April 3, 2010 Posted by | Uncategorized | , | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Name für dieses Blog

Wie ist das im Internet, wenn man relativ spät dran ist, wie ich jetzt mit einem neuen Blog über Vornamen? Richtig – alle guten Namen sind schon belegt. Auf der Suche nach einem Namen und einem „Heim“ für mein neues Blog habe ich schnell festgestellt, dass vornamen.wordpress.com bereits belegt ist mit dem Blog über Vornamen, auch wenn da schon seit einiger Zeit nichts mehr dazugekommen ist.

Bei vornamen.blog.de unter dem Motto Nenn’s beim Namen scheint im Moment mehr los zu sein, aber damit ist natürlich auch eine weitere gute Adresse bereits belegt.

Bei WordPress gibt es überhaupt so viele Blogs, dass Namen auch dann belegt sind, wenn jemand gar nicht über Namen schreibt, sondern über ganz andere Dinge, einfach weil der Name brauchbar war und gut klang. So sitzt z.B. auf namen.wordpress.com ein englischsprachiges Blog, seit 2006 nicht mehr aktualisiert. Nützt natürlich nichts, weg ist weg…

Ein bisschen exklusiver und ausgefallener musste es also sein!

Gelandet bin ich schliesslich, wie man sieht, bei Nomna. Das ist ein Wort aus dem Proto-Indoeuropäischen, der gemeinsamen Ursprache einer erstaunlichen Menge heute wichtiger Sprachen, wie man z.B. in der Wikipedia hier nachlesen kann. Nomna ist, gemäss dieser Seite über die Grammatik jener Sprache, die Mehrzahl von nomn.

Es fasziniert mich immer wieder auf’s Neue, dass sich gewisse indoeuropäische Wörter in 5000 Jahren Sprachgeschichte so wenig geändert haben, dass man sie heute als Deutschsprechender immer noch versteht oder zumindest nach ein bisschen Nachdenken dahinterkommt, was sie bedeuten; so natürlich auch bei nomn. Es gibt eine direkte Linie zurück von mir und meiner Sprache zu Leuten, die gelebt haben, als der Mensch gerade die Verarbeitung des ersten Metalls, des Kupfers, lernte – Wahnsinn.

April 2, 2010 Posted by | Uncategorized | | Hinterlasse einen Kommentar