Nomna

Bits über Vornamen

Die Vornamen-App

Als Autor einer Software zum Thema Vornamen schaue ich immer wieder gerne mal, was die Konkurrenz denn so macht. Und da ich mich auch für Smartphones und die „mobile Revolution“ ganz allgemein interessiere, konnte ich nicht widerstehen, als die iPhone App Vornamenlexikon zum Aktionspreis von 79 Cents (anstatt 2.99 Euro) angeboten wurde, und kaufte mir dieses Programm.

Es handelt sich um eine Datenbank von rund 10’000 Vornamen, in der man per Buchstaben am Anfang (und somit auch mit dem Namen als Ganzes), per Buchstaben am Ende, per Anzahl Buchstaben und per Herkunft suchen kann. Zu jedem Namen sind Informationen betreffend Herkunft und Bedeutung vorhanden. Namen, die einem gefallen, hält man in einem eingebauten Merkzettel fest. Und schliesslich kann man noch einen Familiennamen hinterlegen, um sich anzuschauen, wie denn ein bestimmter Vornamen mit diesem Familiennamen zusammen geschrieben so wirkt. Die Screenshots hier vermitteln einen Eindruck der Funktionalität.

Das Resultat meines Tests: 10’000 Vornamen sind eine ganze Menge, die Informationen dazu scheinen mir solide und von einer guten Quelle her sauber lizenziert, die Suche funktioniert und ist sehr schnell. Insgesamt eine runde Sache.

Und trotzdem kommen mir fast die Tränen beim Anblick des Programms.

Das Schlimmste ist der Preis. Es ist ein absolut üblicher Preis für eine iPhone-App – aber genau dieser „übliche Preis“ ist das Problem. Man mag sich als Kunde freuen, eine solche Software für 3 Euro oder zum Aktionspreis sogar für unter 1 Euro erwerben zu können, aber das rechnet sich nicht für den Anbieter. Die überwiegende Anzahl von Anbietern von iPhone-Apps macht massiv rückwärts.

Es wird sehr interessant sein zu beobachten, wie sich das auf die Dauer auswirkt: Werden Apps für immer auf einem bescheidenen Niveau verharren, was den Umfang ihrer Funktionalität angeht, weil es sich einfach nicht rechnet, mehr als ein absolutes Minimum an Entwicklungsaufwand hineinzustecken? Oder werden sich die Preise deutlich nach oben entwickeln, wenn der grosse Hype etwas abgeklungen ist und auch App-Programmierer merken, dass sie Dinge nicht auf Dauer verschenken können? Oder wird das iPhone sogar eine kommerzfreie Zone, was Apps anbelangt, in der wie bei Open Source nur erhältlich ist, was irgendjemandem so Freude gemacht hat beim Programmieren, dass er es verschenkt (und eben nicht zu haben ist, was zu bauen keinen Spass macht)?

Und dann ist da noch der Funktionsumfang des Programms. Wie gesagt, gut haben die Autoren nicht mehr reingesteckt, sonst wäre der finanzielle Verlust noch grösser, aber du meine Gute – all die verschenkten Möglichkeiten! Das iPhone ist ein vollwertiger Computer, in dem mehr Power steckt als in einem Desktop-Rechner von vor etwa 10 Jahren. Was man damit alles für faszinierende Programme bauen könnte, auch gerade zum Thema Vornamen! Ich darf gar nicht beginnen mit brainstormen, sonst werde ich nie mehr fertig mit diesem Blogeintrag…

Juli 9, 2010 Posted by | Uncategorized | 1 Kommentar