Nomna

Bits über Vornamen

Kre8ive Spelling

Man mag es vielleicht kaum glauben, wenn man es zum ersten Mal hört, aber Eltern in den USA geniessen praktisch völlige Freiheit bei der Vergabe von Vornamen: Sie können ihr Kind praktisch nennen, wie sie wollen.

Findige Eltern wählen dabei öfters einen Mittelweg zwischen ganz „normalen“, etablierten Namen, wie man sie bei uns praktisch ausschliesslich vergibt, und neuen, völlig frei erfundenen Namen: Sie nehmen einen Namen und wandeln die Schreibweise leicht ab, meist so, dass die Aussprache in etwa gleich bleibt, aber der Name durch die Änderung trotzdem einen besonderen „Touch“ bekommt. Dieses Vorgehen wird manchmal etwas abschätzig Kre8ive Spelling genannt.

Sehr beliebt ist das Ersetzen eines konventionellen und dadurch langweiligen Buchstabens I durch den viel interessanteren und trendigeren Buchstaben Y. Man kommt so z.B. von Monica zu Monyca. Eine Google-Suche gezielt nach dieser Abwandlung bringt es auf Zehntausende von Treffern. Oder man macht aus Michael den neuen Namen Mychael. Die entsprechende Google-Suche bringt es sogar auf einige Hunderttausend Treffer.

Ich selbst stiess zum ersten Mal auf das Phänomen, als beim Erfassen der Namen von US-Hitparaden für meine Datenbank die Varianten des Namens Caitlin einfach nicht aufhören wollten. (Wie hier erklärt, handelt es sich dabei um eine Variante von Katharina.) Und in der folgenden Liste, die schliesslich zusammenkam, sieht man sehr gut, wie die Leute beim Abwandeln vorgegangen sind:

Caitlin Caitlyn Catalina Cathleen Kaitlin Kaitlyn Kaitlynn Katalin Katelin Katelyn Katelynn Kathleen Katlin Katlyn Katlynn

Für jemanden, der an der Bedeutung und der Herkunft von Vornamen interessiert ist, bringt das nicht allzu viel, denn es ist ja im Prinzip immer derselbe Name. Wirklich fertig wird man beim Aufbau einer Datenbank auch nicht: Es gäbe noch viel mehr Varianten von Caitlin, die man aufnehmen könnte. Und ob all die Monycas und Mychaels über ihre Namen später im Leben wirklich glücklich sind, weiss ich auch nicht.

Aber das Phänomen an sich finde ich ziemlich interessant.

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April 16, 2010 Posted by | Uncategorized | , | Hinterlasse einen Kommentar